Geschichte Schattdorf

Schattdorf ist geschichtlich gesehen nicht ins Detail aufgearbeitet. Es besteht auch noch kein Buch über unsere Gemeinde. Zwei interessante Broschüren "In Schattdorf daheim sein" (1978) und "Schattdorf, das sind wir" (1991) sowie diverse Publikationen in Festschriften und Zeitungen geben dennoch einen guten Ueberblick über unsere Gemeinde. Nähere Auskünfte erfahren Sie auf der Gemeindekanzlei. Dort treffen Sie vielleicht Herr Peter Moser aus Lörrach (Deutschland) an. Herr Moser ist vom Kanton Uri im allgemeinen und im speziellen von der Gemeinde Schattdorf fasziniert und arbeitet in unserem Gemeindearchiv die Geschichte ab 1850 auf.

 

Erste urkundliche Erwähnung

Schattdorf wird erstmals in einer Urkunde vom 16. Februar 1248 schriftlich wie folgt erwähnt. "Der Abt und der Konvent von Wettingen sollen den Turm samt Hof im Lande Uri in "Scachdorf / Sachdorf” an Konrad der Meier, genannt Niemirschin, verliehen haben. Der damalige Pachtzins konnte mit einem Laib Käse abgegolten werden.”

 

Schattdorfer Meilensteine

1020     Der See im Kessel auf Oberfeld bricht infolge eines Erdbebens aus und ver-schüttet fast ganz Schattdorf. Aus den Schuttmassen ragt einzig der Turm im Halbenstein hervor.
1248 Schattdorf wird erstmals urkundlich erwähnt
1270 Der Leutpriester von Bürglen übergibt die Wettinger Güter dem Peter von Gruoba. Diese Güter gehörten der Kapelle von Schattdorf. Schattdorf ist in dieser Zeit noch eine Filiale (Kaplanei) von Bürglen.
1343 Der Schächen bricht aus und richtet grossen Schaden an.
1359 Das Kloster Wettingen verkauft seinen Besitz in Uri den Landleuten von Uri. Die widerspenstigen Meier werden in der Folge abgesetzt.
1370 Ein Zinsrodel hält zwar fest, wieviel Uri dem Fraumünster noch zu zinsen hat. Die Meier versuchen jedoch, sich der Zinspflicht immer mehr zu entziehen.
1390 Die Meier verweigern die Abgabe der Zinsen.
1425 Seit ca. diesem Datum findet in Schattdorf die Urner Landsgemeinde statt.
Dies jeweils am 1. Maisonntag
1426 Die Abtei Zürich verkauft den Zehnten zu Bürglen, Schattdorf und Spiringen den Kirchgenossen. Es handelt sich hier um den Lämmerzehnten; die übrigen Zehnten schenkt sie mit der Bedingung, dass sie das Gotteshaus zu unterhalten haben. Die Kirchgenossen dürfen fortan den Leutpriester selber wählen. An die Herrschaft des Fraumünsters erinnert in Schattdorf immer noch der Stein über dem Eingang ins Beinhaus mit dem Urner und Zürcher Wappen. Dieser Stein war ursprünglich über dem Eingang der früheren Kirche.
1426 Die Schattdorfer lassen sich ein Steuerrodel anfertigen.
1516 Das Jahrzeitbuch von Schattdorf entsteht.
1537 Es erfolgt die Abtrennung Schattdorfs von der Mutterkirche Bürglen durch den Bischof Johannes von Konstanz. Schattdorf wird neu zur eigenen Pfarrei erhoben.
1576 Ein Marchbrief legt die Grenzen zwischen Schattdorf und Bürglen fest.
1596 Das Taufbuch von Schattdorf wird angefangen.
1601 Das Ehebuch von Schattdorf wird angefangen.
1606 Das Sterbebuch von Schattdorf wird angefangen.
1629 Die Pest reisst von den ungefähr 600 Einwohnern innert weniger Monate 230 in den Tod.
1733 Einweihung der neuen Pfarrkirche.
1767 Die Schächenbrücke wird in Holz neu erstellt.
1834 Karl Emanuel Müller baut die neue steinerne Schächenbrücke.
1881 Der Pfarrhof wird gründlich renoviert.
1885 Die letzten Überreste des Turms von Schattdorf werden abgetragen.
1889 Der Gangbach tritt über die Ufer und richtet grossen Schaden an. Danach wurden gründliche Verbauungsarbeiten in Angriff genommen.
1897 Das elektrische Licht hält in Schattdorf Einzug.
1908 Die Wasserversorgung wird fertiggestellt.
1910 Im Juni richtet der Ausbruch des Schächens grossen Schaden an. Der Schächen wird in der Folge kanalisiert. Die Arbeiten dauern bis 1914.
1920 Bezug des Knabenschulhauses.
1922 Die erste Seilbahn auf das Haldi nimmt den Betrieb auf.
1924 In Schattdorf wird ein 15-jähriges Mädchen ermordet. Am 29. Oktober wird am Raubmörder Klemenz Bernet das letzte Todesurteil in Uri vollstreckt.
1928 Am 6. Mai findet zu Bötzlingen die letzte Urner Landsgemeinde statt.
1933 Schon wieder überbordet der wilde Gangbach.
1939 Die Stille Reuss macht ihrem Namen gar keine Ehre. Grosse Gebiete stehen bis zu zwei Metern unter Wasser.
1951 Schattdorf erhält eine Buslinie nach Altdorf und Flüelen.
1954 Bezug der Spielmattschulhäuser.
1970 Der alte Pfarrhof wird abgerissen und durch einen neuen ersetzt.
1974 Bezug des Gräwimattschulhauses (mit Schwimmbad).
1975 Am Weissen Sonntag fällt in kurzer Zeit eine riesige Schneemenge. Schwere Lawinen richten grossen Schaden an. Auf Oberfeld wird ein Stall samt Vieh verschüttet und vernichtet. Schwer sind die Schäden im Wald ob Schattdorf.
1977 In der Nacht vom 31. Juli auf den 1. August sucht eine Hochwasser-katastrophe das ganze Urnerland heim. Auch Schattdorf hat grosse Schäden zu beklagen.
1988 Einweihung der Sport- und Freizeitanlage Grundmatte.
1991 Einweihung des Mehrzweckgebäudes Haldi.
1997 Bezug des neuen Gemeindehauses im Tellenmätteli.
1998 750 Jahre Schattdorf; Erstellung Dorfplatz.
2005 Nach tagelangem Regen bricht der Schächen bei der Einmündung zur Reuss aus und überschwemmt beinahe den ganzen Rynächt. Betroffen sind 233 Personen und 60 Industrie- und Gewerbebetriebe. Die Schaden-höhe beträgt mehrere 100 Mio. Franken. Mehr dazu in der Bildgalerie.
2008 Schattdorf feiert 400 Jahre Wasser aus der Röhre.
            
   

Landsgemeindedorf

Landsgemeinde

Von ca. 1425 bis ins Jahr 1928 fand alljährlich am 1. Maisonntag zu Bötzlingen an der Gand die Urner Landsgemeinde statt. Ein Wandbild von Ludwig Lussmann im Sitzungszimmer des Gemeinderates erinnert an diesen historischen Anlass.